Grippe-Erkältung?

Grippe

Die echte Grippe ist eine schwere Allgemeinerkrankung mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, ausgeprägter Mattigkeit und Abgeschlagenheit. Gefürchtet sind Komplikationen (z.B. Herzmuskelentzündung, Gehirnentzündung) und Folgeerkrankungen (z.B. eine bakterielle, eitrige Lungenentzündung) während oder nach einer Grippeinfektion.

Die Grippe wird durch Grippeviren (Influenzaviren) hervorgerufen und kann lebensgefährlich für Menschen mit chronischen Krankheiten (z.B. Zuckerkrankheit), schlechter Immunabwehr (z.B. Krebskranke) oder alte Menschen sein. Die großen Grippeepidemien dieses Jahrhunderts haben Millionen Menschen das Leben gekostet.

Gegen die echte Virusgrippe kann man vorbeugend impfen. Da es mehrere Influenzavirustypen gibt und sich diese Virustypen zudem jedes Jahr etwas ändern, muß jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt werden, der ab etwa Anfang September zur Verfügung steht. Bei größeren Virusänderungen (stärkeren Mutationen) kann es trotzdem zu ausgedehnten Epidemien kommen. Geimpft werden sollen alle, die durch eine Grippeinfektion stark gefährdet sind (also chronisch Kranke, Alte, Abwehrgeschwächte) oder häufiger Kontakt mit Grippekranken haben bzw. Grippeviren an andere gefährdete Personen weitergeben könnten (was z.B. auf das Pflegepersonal in Krankenhäuser und Altenheimen zutrifft).

Nichtgeimpfte, die mit Grippekranken in Kontakt sind, können recht wirksam mit Mitteln, die die Virusvermehrung anfangs bremsen können (z.B. Zanamivir) behandelt werden. Kurz nach Symptombeginn verabreicht, verkürzen diese Mittel die Krankheit um 1 bis 3 Tage. Zwei Tage nach Krankheitsausbruch bringen diese Mittel keine Änderung des Verlaufs mehr.

Die Behandlung der Grippe zielt dann lediglich auf die Symptome (siehe auch weiter unten). Der Verlauf der unkomplizierten Grippe selbst ist nicht zu beeinflussen: Grippekranke gehören ins Bett und brauchen viel Ruhe, um sich zu erholen. Sie müssen (wie alle Fiebernden) viel trinken. brauchen aber nur dann essen, wenn sie auch Appetit haben. Essenszwang ist falsch. Ärztliche Untersuchungen sind bei jeder echten Grippe notwendig, um Komplikationen und Folgeerkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln: Patienten mit Herz- oder Gehirnbeteiligung müssen ins Krankenhaus, Grippekranke mit einer nachfolgenden bakteriellen Lungenentzündung müssen antibiotisch behandelt werden.

Erkältung

Die meisten Menschen, die von sich behaupten, sie hätten eine Grippe, haben in Wirklichkeit eine einfache Erkältung (im deutschen Sprachraum unglücklicherweise oft als "grippaler Infekt", im englischen Sprachraum treffender als "common cold" bezeichnet). Diese Infektionskrankheiten verlaufen wesentlich harmloser als die echte Grippe: Die Temperaturerhöhung geht selten über 39 Grad hinaus, der Verlauf ist kürzer, es kommt kaum einmal zu Komplikationen oder Folgekrankheiten. Aber auch diese "banalen" Erkältungen können unangenehm genug sein. Manchmal mögen einfache Mittel die beginnende Erkältung abschwächen: Wechselbäder, Schwitzbäder, Tees, die die Schleimhautdurchblutung fördern (wie etwa Lindenblüten- oder Holundertee) sind zumindest subjektiv angenehm.

Symptome

Fieber

Fieber (also Temperaturerhöhung über 38 Grad Celsius) ist eine Reaktion des Körpers auf einen (im Fall der Erkältungskrankheiten immunstimulierenden) Reiz. Die erhöhte Temperatur hindert die Krankheitserreger an der Vermehrung und verstärkt die Abwehr. Fiebernde sind Hochleistungsarbeiter: Die Temperaturerhöhung verbraucht Energie, die durch Verbrennung von Körperfett erzeugt wird. Fieber sollte man nur dann senken, wenn das Fieber selbst den Körper schädigt, also wenn etwa Kreislaufschwierigkeiten oder Fieberkrämpfe auftreten. Wenn die Temperatur gesenkt werden muß, sollten fiebersenkende Medikamente (wie etwa Acetylsalicylsäure oder Paracetamol) genommen werden.

Schnupfen

Erkältungsviren (von denen mehrere Hundert bekannt sind) dringen meist über die Nasenschleimhaut in die Körperzellen ein. Die Infektion der Nasenschleimhaut führt zu vermehrter Nasendurchblutung, die Schleimhaut schwillt an, die Nase läuft. Durch diesen Schnupfen und das begleitende Niesen versucht der Körper, die eindringenden Viren loszuwerden; dies gelingt aber natürlich nicht mehr mit denen, die schon in die Zellen eingedrungen sind. Es gibt zwar Versuche, dieses Eindringen durch Medikamente, die die Zelloberfläche blockieren, zu verhindern, diese Medikamente sind aber noch nicht verfügbar. Der Schnupfen selbst kann kurzzeitig durch schleimhautabschwellende Sprays und Tropfen gemildert werden. Aber diese Mittel führen nach längerer Zeit zu einer Abhängigkeit der Schleimhaut von diesen Substanzen, so daß die Schleimhaut nach Absetzen des Mittels um so stärker anschwillt. Besser ist es, mit warmem Salzwasser die Nase zu spülen: Etwa 1 Teelöffel Kochsalz auf ½ Liter Wasser. Diese fördert anfänglich die Schleimproduktion und danach die Schleimhautabschwellung. Inhalationsmittel mit ätherischen Ölen wirken angenehm, weil sie die entzündeten Schleimhäute im Nasen-, Rachen- und Bronchialraum beruhigen.

Husten

Husten während einer Erkältung ist meist durch eine Entzündung von Kehlkopf, Luftröhre oder Bronchien bedingt. Der anfänglich rauhe und trockene Husten geht nach einigen Tagen in einen feuchten, produktiven Husten über. Er soll durch das Auswerfen von Schleim (in dem ja unter anderem auch Krankheitserreger zu finden sind) die Luftwege säubern. Jeder stärkere Husten muß abgeklärt werden. Kommen nochmals stärker erhöhte Temperatur oder eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes hinzu, muß eine Lungenentzündung ausgeschlossen werden. Der Hustenreiz kann zwar (und muß manchmal auch, wenn er unproduktiv und quälend ist) durch codeinhaltige Arzneimittel gedämpft werden, besser ist es jedoch, die Schleimproduktion zu fördern (z.B. durch Inhalation mit Salbei oder Kamille und dadurch, daß ausreichend getrunken wird. Alkohol belastet den kranken Körper zusätzlich, sollte also gemieden werden.

Weitere Behandlungsmethoden

Es gibt noch eine Vielzahl von Methoden zur Vorbeugung oder Behandlung von Erkältungskrankheiten: Trockene oder feuchte Sauna als fieberähnliches Körpertraining,körperliche Bewegung und frische Luft .Vermeiden von Streß vermeidet auch Krankheiten: Streßhormone dämpfen die Krankheitsabwehr.

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