| Vorbereitung für die Darmspiegelung | ||
Richten Sie sich bitte genau nach folgender Vorschrift:
Die Abführmittel werden von uns mitgegeben oder auf Rezept verschrieben und sind in der
Apotheke zu besorgen.
Wir bitten Sie, mehrere Tage vor der Untersuchung täglich 1 Liter Flüssigkeit zusätzlich zu
trinken.
1. Tag vor der Untersuchung:
Frühstück: Leichtes Frühstück mit Kaffee oder Tee, eventuell zusätzlich
klare Brühe oder Joghurt natur.
Mittagessen: - 100 g Kartoffelbreitrockenmasse angemacht mit Wasser
(nicht mit Milch!) und ein wenig mit Butter und Salz ab-
schmecken.
- anschließend Einnahme des Abführmittels Bisacodyl
(2 Tabletten) + 1 Beutel Magnesiumsulfat.
Nachmittags: - anschließend nachmittags mindestens 3 Liter Wasser
(am besten ohne Kohlensäure) zügig trinken.
Abends: Klare Brühe, Bisacodyl (2 Tabletten) + 1 Beutel Magnesiumsulfat.
Am Untersuchungstag:
Frühstück: Klare Brühe, Kaffee oder Tee ohne Zusätze.
Ca. 3-4 Stunden vor
der Untersuchung: Trinken Sie bitte 1,5 Liter der unten angegebenen Spülflüssigkeit
innerhalb einer Stunde. Es ist wichtig, dass Sie die gesamten
1,5 Liter innerhalb einer Stunde trinken.
Setzen Sie dann bernsteinfarbene Stuhlflüssigkeit ab, ist die
Vorbereitungszeit beendet.
Wenn nicht, trinken Sie nochmals 0,5 Liter stilles Mineralwasser
in 30 Minuten.
Zubereitung der 1,5 Liter Spülflüssigkeit:
Lösen Sie bitte jeweils 1 Päckchen PEG in jeweils 0,75 Liter stillem Mineralwasser auf.
Sie müssen also - wie oben beschrieben - zwei Flaschen stilles Mineralwasser mit darin 2 aufgelösten
Päckchen PEG innerhalb einer Stunde trinken.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren auf Streß und falsche Ernährung zurückgeführt. Die Therapie bestand dementsprechend aus Ruhe und "vernünftiger" Ernährung. Bald wurde die Bedeutung der Magensäure für die Geschwürsbildung erkannt und säurebindende oder säureblockierende Medikamente verabreicht. 1982 wurde erstmals ein Bakterium in der Magenschleimhaut nachgewiesen, das bei Schleimhautentzündungen und Geschwüren überzufällig häufig vorhanden war. Dieses Bakterium wurde später als Helicobacter pylori (HP) benannt. Bei etwa 30-50 % der erwachsenen Menschen lassen sich H. pylori im Magen nachweisen. Bei Geschwürskranken finden sich in über 95 % diese Bakterien.
Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind überzufällig häufig mit einer Helicobacter-Infektion vergesellschaftet. Diese Geschwüre können mit modernen Medikamenten sehr schnell geheilt werden. Bleiben die Bakterien in der Magenschleimhaut dabei erhalten, bilden sich meist sehr schnell wieder neue Geschwüre. Werden diese Bakterien abgetötet (Eradikationsbehandlung) treten Geschwüre deutlich seltener auf.
Interessanterweise leiden Menschen, bei denen eine Eradikationsbehandlung erfolgreich durchgeführt wurde, häufiger an Sodbrennen als (weiterhin) infizierte Patienten. Zudem bekommt auch nur ein kleiner Prozentsatz der HP-Infizierten eine Geschwürskrankheit, es müssen also noch andere Faktoren zur Krankheitsauslösung hinzukommen.
Vermutet wird auch, daß durch Helicobacter pylori bösartige Magentumoren (Magenwandlymphome und Magenkrebs) ausgelöst werden. Die bisherigen Untersuchungen zu diesem Zusammenhang sind aber nicht eindeutig, so daß hier noch keine endgültige Beurteilung möglich ist.
Magenbeschwerden ohne erkennbare Magenschleimhautveränderungen (neudeutsch: nonulcer dyspepsia) kommen bei HP-Infizierten nicht häufiger vor als bei Nichtinfizierten.
Es ist noch nicht endgültig geklärt, wie sich Menschen anstecken. Die Häufigkeit der Magenschleimhautinfektion nimmt mit dem Alter zu. Es gibt deutliche geographische Unterschiede in der Infektionshäufigkeit. Gastroenterologen (die ja sehr häufig Magenspiegelungen bei Patienten mit Helicobacter-infizierten Mägen durchführen) sind deutlich häufiger betroffen als die Allgemeinbevölkerung.
Eine organische Erkrankung an Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm läßt sich sinnvoll nur durch eine Gastroskopie (= Magenspiegelung, siehe dort) erkennen. Eine solche Spiegelung ist bei allen längerdauernden Beschwerden, die auf eine Erkrankung dieser Organe hinweisen, notwendig. Dabei können Schleimhautproben entnommen werden. Aus diesen Schleimhautproben lassen sich (durch eine Untersuchung unter dem Mikroskop oder durch eine chemische Reagenzglasprobe) Helicobacter nachweisen.
Wurde eine Eradikationsbehandlung (siehe unten) durchgeführt, kann der Therapieerfolg (also die Abtötung aller Helicobacter) auf verschiedene Weise durchgeführt werden: 1. Durch eine erneute Magenspiegelung (nur sinnvoll, wenn sowieso eine Kontrolle notwendig sein sollte), 2. durch einen Atemtest (hierbei wird ein Harnstoffpräparat, das ein stabiles Kohlenstoffisotop-13 oder -14 enthält, verabreicht; Helicobacter pylori spalten diesen Harnstoff und das Kohlenstoffisotop ist dann in der Ausatemluft im Kohlendioxid enthalten und kann dort gemessen werden) und neuerdings 3. durch einen direkten Nachweis von Helicobacter pylori im Stuhl. Ein Antikörpertest aus dem Blut ist zur Kontrolle nicht sinnvoll, da die Antikörper sehr lange erhalten bleiben und nichts über den Therapieerfolg (oder -mißerfolg) aussagen.
Eindeutig bei allen Patienten mit einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Diese Patienten profitieren eindeutig von einer Eradikationsbehandlung. Sehr wahrscheinlich auch Patienten, bei denen in den Magenschleimhautproben chronische Entzündungszeichen oder atypische Schleimhautzellen (Dysplasien) gefunden werden. Hier kann eine Eradikationsbehandlung möglicherweise die Entwicklung eines Magenkrebses oder eines Lymphoms verhindern.
Patienten mit unspezifischen Magenbeschwerden sollten genauso wie Menschen ganz ohne Beschwerden nicht einer (prophylaktischen) Eradikationstherapie unterzogen werden, da hier ja keine Krankheit abzuheilen ist und durch die verwendeten Antibiotika nur unerwünschte Resistenzen (bei HP und auch anderen Bakterien) erzeugt werden!
In den letzten 10 Jahren sind eine ganze Reihe sehr guter Studien zur Eradikationsbehandlung der Helibacter pylori-Infektion erschienen. Durchgesetzt haben sich Kombinationstherapien mit zwei verschiedenen Antibiotika und einem säurehemmenden Medikament. Die Erfolgsquoten liegen dabei um 90 % (d.h. die Bakterien verschwinden bei 90 % der Infizierten).